Pressemitteilung Industrieautomation

09.07.2018

Industrielle Bildverarbeitung setzt wichtige Impulse für Industrie 4.0

Vereinfachter Datenaustausch mit OPC UA

•    Verzahnung von Bildverarbeitung und Automatisierung schafft neue Möglichkeiten
•    Schnittstellenstandard OPC UA fördert übergreifenden Austausch von Prozessdaten und -informationen
•    Bildverarbeitungsbranche veröffentlicht OPC UA Spezifikation „Vision“ als gemeinsames Informationsmodell


Wiesbaden, 9. Juli 2018 – Automatisierung und Digitalisierung der Produktion sind weltweit auf dem Vormarsch. Diese Entwicklung sorgt beim deutschen Maschinen- und Anlagenbau für kräftige Wachstumsraten, wie aktuelle Zahlen der Sparte Robotik und Automation des Branchenverbands VDMA belegen. Der industriellen Bildverarbeitung (IBV) kommt dabei eine wichtige Rolle zu, denn sie liefert wertvolle Informationen, die eine stärkere Prozessverzahnung und datengetriebene Prozessoptimierung ermöglichen. In Verbindung mit Automatisierung und Machine Learning – wenn Systeme anhand von gelernten Daten selbstständig Muster und Zusammenhänge erkennen – bietet die Bildverarbeitung neue Möglichkeiten, um zukunftsweisende Konzepte wie die Smart Factory in die Realität umzusetzen.

Anwendung von IBV wächst kontinuierlich
Das Anwendungsfeld der Bildverarbeitungsindustrie hat sich in den letzten Jahren stark erweitert: durch bessere Sensorik und mehr Rechenleistung etwa können immer komplexere Prüfaufgaben abgedeckt werden. Ein weiteres Beispiel ist die Entwicklung von 2D-Bildverarbeitung hin zu dreidimensional arbeitenden Systemen. So prüfen im Automobilbau 3D-Inspektionssysteme komplexe Geometrien, z.B. an Gussteilen. Hierbei identifiziert die optische Prüfung nicht nur kleinste Fehler, sondern liefert auch wertvolle Daten, die sich für Prozessoptimierungen nutzbar machen lassen. „Mit dem Trend zur digitalen Fabrik nimmt auch der Hunger nach Prozesswissen und Qualitätsdaten zu“, erklärt  Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer Technik, VITRONIC Dr.-Ing. Stein Bildverarbeitungssysteme GmbH. „Kaum eine andere Sensortechnologie ist in der Lage, hier ähnlich große Beiträge zu liefern wie die Bildverarbeitung.“


Datenaustausch und -analyse bleibt Schlüsselthema
Die Erfassung von Prozessinformationen durch Bildverarbeitung ist ein anhaltend wachsender Trend in zahlreichen Industriebranchen. Eine große Herausforderung liegt jedoch nach wie vor in der effizienten Nutzung der gewonnenen Daten. Im Sinne von Industrie 4.0 wird eine Steuerung der Prozesse in Echtzeit vor allem auch durch industrielle Bildverarbeitung möglich. Denn kaum eine andere Komponente im Produktionsprozess sammelt und analysiert so viele Informationen  wie diese. Zentrale Fragestellungen hierbei lauten: Wie müssen Maschinen eingestellt werden, um Fehlern vorzubeugen? Wie arbeiten die Maschinen möglichst effizient? Wie lassen sich Folgefehler in angrenzenden Prozessen vermeiden?


Systeme kommunizieren in einer Sprache
Eine Basis für den interoperablen, herstellerübergreifenden und auf Fähigkeiten basierenden Austausch von Informationen stellt der Kommunikationsansatz OPC UA (Open Platform Communications Unified Architecture) dar. Dieser offene Schnittstellenstandard vereinfacht den Datenaustausch, um die Produktion Hersteller- und Plattformübergreifend zu vernetzen. Dabei dient OPC UA als Informations-Framework, das die Kommunikation auf Basis einer gleichen Austauschsprache ermöglicht. Dadurch reduziert sich der Integrationsaufwand von Komponenten und Systemen und die damit verbundenen Kosten. „Mehr Effizienz bei der Schnittstelle bedeutet nicht nur Kostenvorteile am Markt sondern auch Risikoreduktion und flexible Nutzung“, ergänzt Dr. Heiko Frohn. „Langfristig betrachtet steigt dadurch die Werthaltigkeit der Systeme.“


Spezifikation vereinfacht die Integration

Für die Bildverarbeitung entsteht mit OPC UA ein unabhängiges Interface, um relevante Daten aus Produktionsprozessen auf einfache Weise verfügbar machen zu können.  Um das Potential der OPC UA Standards optimal nutzen zu können, wurden im Rahmen der VDMA OPC Vision Initiative gemeinsam mit Unternehmen die so genannte Companion Specification entwickelt. Diese bietet ein generisches Informationsmodell für alle Vision-Systeme und Komponenten, sodass Basis-Funktionalitäten herstellerunabhängig angesprochen und IT-seitig eingebunden werden können.


OPC UA wird konkret durch Praxisbezug und Workshops
Die OPC UA Spezifikation für die Bildverarbeitungsindustrie wurde Ende Juni 2018 auf der Branchenmesse automatica in München vorgestellt. Bereits Anfang des Jahres hatte das Münchner Online Education Startup gemeinsam mit dem VDMA ein Online-Schulungsprogramm zur Umsetzung von OPC UA entwickelt. Experten aus Industrie und Wissenschaft, darunter Kuka, Bosch Rexroth, Pepperl+Fuchs, Lenze, Fraunhofer IOSB und VITRONIC erklären die Einsatzmöglichkeiten des neuen Kommunikationsprotokolls geben praktische Hinweise für seine Implementierung.
Die OPC UA Online-Schulung ist verfügbar unter: www.u4i.io/opc
Nähere Informationen zum Beitrag von VITRONIC finden Sie unter: https://www.university4industry.com/vitronic



Kontakt:     
Peter Mänz
Media Relations
Industrieautomation
Telefon: +49 (0)611 7152 7017
Mail: peter.maenz(at)vitronic.com
Twitter: @vitronic


VITRONIC Dr.-Ing. Stein
Bildverarbeitungssysteme GmbH
Hasengartenstr. 14
65189 Wiesbaden
Telefon:+49 (0)611 7152 0
www.vitronic.com




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