Pressemitteilung Industrieautomation

11.06.2018

Bildverarbeitung in der Industrie 4.0

Fünf Fragen an Dr. Heiko Frohn, Geschäftsführer Technik, VITRONIC

Industrie 4.0 und ihre konkreten Anwendungsfelder gehören zu den Hauptthemen, die den Maschinen- und Anlagenbau derzeit beschäftigen. Welche Rolle übernimmt hier die Bildverarbeitung?

Dr. Heiko Frohn: Mit dem Trend zur digitalen Fabrik nimmt der Hunger nach Prozesswissen und Qualitätsdaten zu. Aus diesem Grund kommt Machine Vision verstärkt zum Einsatz, da kaum eine andere Sensortechnologie in der Lage ist, hier ähnlich große Beiträge zu liefern wie die Bildverarbeitung.


Mit der zunehmenden Digitalisierung der industriellen Fertigung wächst auch die Nachfrage nach intelligenten Bildverarbeitungstechnologien?

Dr. Heiko Frohn: Laut einer aktuellen Umfrage des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) erzielte die deutsche Bildverarbeitungsindustrie 2,6 Milliarden Euro Jahresumsatz in 2017, darunter ein erheblicher Anteil im Automobilsektor. Auch die Wachstumsaussichten sind blendend: Die Branche erwartet in diesem Jahr eine Umsatzzunahme von bis zu 10 Prozent.

Wo kommen Bildverarbeitungssysteme zum Einsatz? Nennen Sie ein kurzes Beispiel?

Dr. Heiko Frohn: Das Anwendungsfeld von Machine Vision hat sich in den letzten Jahren stark erweitert. Ein Beispiel ist die Entwicklung von 2D-Bildverarbeitung hin zu dreidimensional arbeitenden Systemen. Im Automobilbau prüfen 3D-Inspektionssysteme komplexe Geometrien, z.B. an Gussteilen. Hierbei identifiziert die optische Prüfung nicht nur kleinste Fehler, sondern liefert auch wertvolle Daten, die sich für Prozessoptimierungen nutzbar machen lassen.

Welche besonderen Anforderungen muss BV-Technik im Automobilbau erfüllen?

Dr. Heiko Frohn: Moderne Bildverarbeitungssysteme übernehmen im Automobilbereich eine zentrale Rolle für Automation und Qualitätssicherung. Robustheit und einfache Bedienung sind daher hier besonders gefordert. Eine einfache Integration der Systeme ist angesichts kurzer Ramp-up-Zeiten, beispielweise in der Batterieproduktion, wichtiges Kriterium. Schließlich sind Langlebigkeit und langfristige Wartbarkeit relevant für die Investitionssicherheit.

Mit welchen weiteren Innovationen rechnen Sie im BV-Umfeld?

Dr. Heiko Frohn: Die zunehmende Standardisierung wird einer stärkeren Prozessverzahnung und datengetriebene Prozessoptimierung den Weg bereiten. .Bildverarbeitungstechnologien und Automatisierung in Verbindung mit Machine Learning bieten zahlreiche neue Möglichkeiten, um zukunftsweisende Konzepte wie die Smart Factory in die Realität umzusetzen.



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